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Alpentour 2016 – Tag 2 – Alpe-d’Huez/ Col de la Croix de Fer/ Col du Glandon

Schon wieder gelang es uns, pünktlich um 9 Uhr im Fahrradsattel zu sitzen. Nach kurzem Einrollen bogen wir in den Aufstieg Richtung Alpe-d’Huez ein. Es erwartete uns eine gut ausgebaute Auffahrt mit Geraden und Serpentinen, wenig Verkehr, auch wenigen Holländern (erstaunlich!), mit felsigen und waldigen Abschnitten und mit schönen Aussichten.

Gerne kann man die Diskussion um den Stellenwert dieses Anstieges führen, ich tue es hier nicht (siehe etwa, gut zusammengefasst, die Anmerkungen bei Quäldich.de). Fakt ist: Ich habe die Auffahrt, zusammen mit Michi, genossen, immerhin 13 Kilometer und 1.130 Höhenmeter.

Launig plaudernd haben wir uns durch die Serpentinen geschraubt, haben interessiert die Schilder in den Kehren begutachtet und die Aussichten genossen. Natürlich gab es immer mal wieder schwierige Abschnitte, in denen man (also ich) zweifelte, ob man überhaupt mal ohne größere Schäden oben ankommt (in Rennrad-Nord.de – Kreisen kennt man mich auch als „The biking Self-Doubter“), aber insgesamt war der Aufstieg – besonders bei den hervorragenden äußeren Bedingungen – gut zu bewältigen. Roli haben wir gerne ziehen lassen, sollte er sich ruhig die Ankunft in der Ski-Bettenburg holen.

Oben angekommen, sammelten wir uns zu einem Erfrischungsgetränk in einer der vielen Gaststätten, bevor es wieder abwärts bis
nach Huez und dann rechts ab in Richtung Norden, nach Villard-Reculas ging. Und plötzlich – Huch! – ein Passschild, den „Pas de la Confession“ konnte man von dieser Seite nun wirklich nicht als Pass identifizieren. Erst im weiteren Verlauf der Straße – und der folgenden wilden Abfahrt – wird klar, warum dies ein Pass sein soll. Immerhin, so kam auch Schuppy zu seinem Pass, wenn auch mehr oder weniger aus Versehen. Und wir konnten vom Passschild aus nochmal die Sicht auf die Romanche, auf Le Bourg-d’Oisans und auf unseren Aufstieg nach Alpe-d’Hues genießen.

Im Tal, kurz hinter Allemont und einem kleinen See, ging es dann in den Aufstieg zum Col du Glandon bzw. zum Col de la Croix de Fer.

Es ging gleich mal bretthart bergauf, ohne große Schnörkel oder Kurven oder gar Kehren, durch Kiefernwälder straks in Richtung Norden. Das alles immer noch bei hohen Temperaturen, genau mein Ding (Jan- Ullrich-Wetter!). Offenbar war es doch
nicht ganz so schlimm, dass ich dieses Jahr weniger Radtraining als vielmehr Lauftraining gemacht hatte. Ich kam gut die Steigungen hoch, stellte ich an diesem Tag fest.

In Le Rivier d’Allemond machten wir Mittagpause in einem kleinen Restaurant, vertilgten Berge von Nudeln und eimerweise Eistee und Cola. Es war heiß. Nach dem Auffüllen der Flaschen am Dorfbrunnen ging es zunächst wieder Berg runter, bevor einige Rampen, Serpentinen und etwas ruhigere Abschnitte folgten. Eine geile Strecke.

Mittlerweile hatte sich eine Vierergruppe mit Uli, Schuppy, Roli und mir zusammengefunden, die gemeinsam durch die nun deutlich baumlosere Landschaft längs eines Stausees radelte und sich dem „Chalet du Glandon“ direkt unterhalb des Col du Glandon näherte.

Dort ließen wir Uli auf der (zugegebenermaßen sehr einladenden) Terrasse zurück und nahmen die letzten paar Kilometer zum Col de la Croix de Fer in Angriff, wo wir auch den Rest der Truppe wiedertrafen. Aber nicht nur die, hier waren sie endlich: Heerscharen von holländischen RennradfaherInnen, die – offenbar gut organisiert und betreut – den Pass von der Ostseite her angefahren hatten und hier einen Riesentrubel veranstalteten. Schnell wieder weg!

Der Weg zur nächsten Unterkunft führte uns dann wieder zurück zum „Chalet du Glandon“, wo wir Uli aufsammelten und von wo aus sich Fritz auf den Weg zurück zum Bulli machte, um ihn zum Hotel zu holen. Wir anderen machten uns – nach dem obligatorischen Foto am Col du Glandon – auf einen weiteren verwegenen Ritt hinunter, mitten durch die holländischen „Reisegesellschaften“, überholten Wohnmobile, strapazierten unsere Bremsen, Reifen und Nerven und sausten durch kleine Dörfer. Es war für mein Gefühl
eine sehr anstrengende Abfahrt nach La Chambre, besonders im unteren Teil, unterbrochen von Kehren und nicht einsehbaren, ruppigen Kurven im Wald. Ich war ganz froh, als wir gegen Ende an einem Dorfplatz einkehren konnten, den Einheimischen beim Boulen zuschauten und unser verdientes Abschlussgetränk genossen.

Die Einfahrt nach La Chambre und der Bezug des Hotels verliefen sehr geschmeidig, Roli und ich bezogen unser Zimmer nach vorne raus (zur Straße), wir bekamen in einem nahegelegenen Restaurant noch etwas zu essen („Sven, bestell doch mal mehr Brot und noch 4 Eistee und 5 Bier und ein, nein zwei Radler – für mich auch!“) und genossen anschließend einmal mehr den lauen Abend auf der Hotelterrasse beim mitgebrachten Dosenbier.

Erneut standen knapp 100 km zu Buche, diesmal allerdings (geile) knapp 2.150 Höhenmeter.

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