Breaking News

Alpentour 2016 – Tag 4 – Col de l ́Iseran

Nach einer ruhigen Nacht erwartete und offenbar die Spezialität unserer Unterkunft namens „Le Relais de la Vanoise“: Auf dem Frühstücksbuffet versammelten sich wohl um die 30 verschiedene Kuchen der Hotelwirtin, hausgebacken, in allen denkbaren (und undenkbaren) Kombinationen. Ich glaube, sie war ein wenig enttäuscht, weil die meisten von uns doch eher zurückhaltend waren und sich eher am Baguette mit Butter und Salz hielten.

Nach dem Verstauen des Gepäcks – und nachdem auch unser Hotelwirt zu seiner morgendlichen Rennradrunde gestartet war – sollte die D902 für fast den ganzen Tag unser Begleiter sein. Gut, dass wir gestern noch die „Überführung“ nach Bourg- St-Maurice gefahren sind: jetzt erfolgte der Einstieg in den Aufstieg zum Col de l ́Iseran. Der höchste unserer Pässe. Das „Dach der Sommertour“, quasi.

Wir folgten also der Straße zunächst weiter im Tal der Isère, in Richtung Val-d ́Isère (warum muss ich immer an Harry Valerien denken, wenn ich diesen Ortsnamen höre oder lese?). Der Verkehr ließ mehr und mehr nach, und abseits der gut zu befahrenen Straße beeindruckte uns einmal mehr so manches Alpenpanorama – viel zu gewaltig für meine kleine Kamera.

Stopp in Val-d ́Isère. In Val-d ́Isère gab es die stärkende Mittagpause, wie gehabt mit Nudeln und diversen Süßgetränken.

Danach wurde der weitere Aufstieg aber so richtig grandios. Zunächst sind wir noch auf der Sohle eines recht weiten Tals gefahren, mit mächtigen Hängen rechts und links, begleitet vom ewigen Murmeltiergepfeife.

Dieses hatten wir auch weiterhin im Ohr, als es schließlich seitlich den Hang hinauf ging, mit Kehren, langen Passagen am Hang entlang, um Vorsprünge herum und wieder in moderaten Serpentinen den Hang hinauf. Die obligatorischen Kilometer-Steine tauchten wieder auf, ich war begeistert – ebenso wie von den Aussichten, u.a. auch zurück auf die bereits bewältigte Strecke.

Blick zurück nach Val-d ́Isère

Die Steigungen waren durchaus zu bewältigen, aber je höher wir kamen, desto mehr sank die Temperatur, dafür stieg die Luftfeuchtigkeit, die Wolken kamen tiefer, und die Luft wurde immer dünner. Vor mir waren Fritz und Michi, und als sie nach einer Kehre in Schlagdistanz vor mir auftauchten (sie hatten kurz an einem Aussichtspunkt gehalten) und ich aus dem Sattel ging, um zu ihnen aufzufahren, schrien die Lungenbläschen förmlich nach Sauerstoff. Nix da mit Auffahren, ich musste mich damit begnügen, langsam und stetig den beiden zu folgen, um schließlich mit ihnen zusammen am Pass – in 2.770 Meter Höhe – anzukommen. Jetzt aber schnell in die Hütte und einen warmen Kakao geschlabbert. Fritz ist allerdings – mal wieder – gleich zurückgefahren, den Bulli zu holen.

Die Abfahrt war deutlich verhaltener als sonst, jedenfalls galt das für mich. Die Kälte und die dünne Luft hatten mir doch etwas zugesetzt, wie es schien, und so war ich um jede 100 Höhenmeter froh, die wir im Laufe der Abfahrt tiefer kamen. Nach ca. 33 Kilometern – die trotzdem wie im Fluge gefahren wurden – wechselten wir auf die D1006 und erreichten nach weiteren gut 20 Kilometern unser Ziel Mondane und das dortige Hotel „Les Voyageurs“. Das Hotel befand sich offenbar in einer Art „Umbauphase“: Lobby- und Frühstücksbereich war eher ein Provisorium, die Zimmer hingegen waren frisch renoviert. Roland und ich erhielten die Hochzeits-Suite, wie sich herausstellte: Ein echtes Doppelbett mit einer einzigen, großen Decke und extra- fluffigen Kissen. Und wozu brauchen Jung-Verliebte eine Tür zum Badezimmer? Roli und ich ertrugen es mit der Gelassenheit eines alten Ehepaares.

Lecker Essen beim Italiener mit Pasta und Vino und ein anschließendes Reisebier vor dem Hotel rundeten den Tag ab. Gute 100 Kilometer und ca. 2.200 Höhenmeter waren zu verzeichnen.

Print Friendly, PDF & Email

Check Also

Alpentour 2016 – Tag 0 – Anreise

Wie schon vor zwei Jahren, aufmerksame Rennrad-Nord-LeserInnen werden es wissen, bekam ich auch 2016 wieder …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Website Protected by Spam Master